Der Wert des „Leukocytenindex“

Abstract

i. Es bat mir sehr ferngelegen, mit meinem von SCmLF kommentierten Aufsatz die l~rgebnisse der Arbe i t der Physiologen, insbesondere die Ly und seincr Schute, derma ganz laervo~ragende Verdienste ich ausdrficklich anerkenne, irgendwie anzuzweifeln. Das hindert aber doch nicht, festzustellen, dag aie ihre Beobachtungen fast nur am Tier gemacht haben. Vor allem ist die Tatsache, daB der N. depressor ein sensibler Nerv ist, bisher nur ara Tier (insbesondere ara Kaninchen) erwiesen. 2. Ob es beim Mensohen 9 einen selbst~ndigen ~ . depressor gibt, insbesondere ob der bisher beim Mensehen als Analogon des N. depressor angesehene Ramus cardiacus superior nervi vagi auch im physiologischen Sinne ihm entspricht, is$ bisher nieht erwiesen. OD~Ra_~~m ~) berichtet, daB elektrischc Rcizung dieses Nervenastes beim Mensehen, dic gelegcntlich einer Operati0n naeh EP~IXGER und HO 87 durchgeffihrt wurde, keinerlei Wirkung auf .Herzt~tigkeit und Blutdruck ansi~bfe. Es besteht sehr wohl die MSfl@hkeit , dafl die depressorischen Bahnen, die wir auch beim Menschen anzulmhmen a]len Grund haben, anatomiseh beim ,~s schen anders verlau]en wie beim Tier. 3. Die Beobachtungen von F~t~t'INGF.R und I-lOFER nach Durchschneidung des sog: N. depressor bel Angina pecforis k6nnen nicht Ms eindeutiger Beweis Iflr die physiotogische Identi tgt dieses Nerven mit dem N. depressor des ITM angesehen werden, weil auch sympathische Bahnen bel der Operation mit dureh*rennt werden. 4Gerade wegen der in diesem Punkt jetzt noch herrschenden Unsicherheit habe ich wiederholt dazn aufgefordert, bel kflnftigen Operationen wegen Angina pectoris diesem Fragcnkomplex erh6hte Aufmerksamkeit zuznwenden. 5. ~rie weit das Ineinander, ja man kann fast sagen Darcheinander, des oberen Sympathicns und Vagus geht, d a s beweist Weiter die folgende Abbildung, die einer vor kurzem erschienenen 2. Auf der Originalabbildung BRAEUCt~ERS grenzen Ganglion cervicale inL and Ganglion thorac, primum unmittelbar aneinander. Wenn in einem solchen tTalle die Bezeichnung als Ganglion stellatum ira streng anatomischen Sinne zu 13edenken Veranlassung geben mag, so liegen diese Bedenken ira chirurgisch-praktischen Sinne niche vor. 3. 1)le iBezeichnung des N. depressor, die ebenfalls beanstandet wird, erfolgte gleichfalls vom chirurgisch-praktischen Standpunkt ans. Es soli datait gesagt sein, daB dies der Nerv ist, dessen Durehtrennung bel der Operation nach E~PINGER und HOFnR vorgcnommen wird. Hiernach tragi die Operation die Bezeichnung ,,Depressordurchtrennung". V i e l wichtiger sis die Differenz in der von uns beiden angcwandten 13czeichnung der Nerven und Ganglien ist eine Feststellung, die 13RAEUCKE~ in seiner neuesten Arbeit 3) mach• dureh welche meine Ansicht flber Vagus nnd Sympathicus eine weitere Stfitze findct. E s heiBt da: ,, 99163 man noch einmal den Verlau] aller Herznerven, so ]• auf, da.fl ]ast ]eder" Herznerv des Sympathicus sich naeh ki• oder ldngerem Verlau] mit Vaguszweiffen verbindet u~~ uragekehrt, die Herz~ste des Vagus mit sympathisehen Zweigen. Die Stdmme der Herznerven br mit ihren zahlreich, en A,~astomosen und ak2essorischen Wurzeln gleichsam einen qroBen t 87 der vom obersten Hals$e41 bis in den Brustraum hinein reieht. Dafl sieh hierbei ein st• Faseraustausch vollziehC dar] wohl mit Recht angermmmen werden*): 4. SchlieBlich sei noch auf clic Abb. 2 in BRAEUCKERS eben zitierter Arbeit verwiesen,, auf dcr eine Anastomose zwischen Ganglion nodosum nervi vagi und Ganglion cervicale supr. nervi sympathici sehr sch6n zut Darstellung gebrach~ ist. Diese Anastomose ist cbenso krMtig wie der Nervus laryngeus sup. Hierffir gilt das gleiche wie sub 5. betr. histologischer Untersuchung gesagt wurde. Auf das anscheinend konstante Vorkommen solcher kra~figer Anastomosen habe ich schon in meinen bisherigen Arbeiten die Aufmerksamkeit gelenkt, ich muB das erneut tun gegenfiber KAPptSa), der kflrziich ansfahrte, daB die -Beimengung von Sympathicusfasern ftir die Depressordurchtrennung ara Abgang vom Vagusstamm nicht in Frage komme.

DOI: 10.1007/BF01748203

Cite this paper

@article{Ockel2005DerWD, title={Der Wert des „Leukocytenindex“}, author={Dr. med. Gerhard Ockel}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={3}, pages={449-450} }