Das Optochin in der Augenheilkunde

Abstract

Trotz der fiberaus groJ]en Ffille yon Heilmitteln, welche in den letzten Jahrzehn~n gegen die versehiedensten Krankheiten angepriesen sind und in immer neuen Formen angepriesen werden, ge]ingt es fast nie oder jedenfalls nur self,n, etwas Wirksames und Brauehbares zu gewlnnen. Der wesentliche Grund ffir diese Erscheinung diirfte anf den Umstand zurfickzufiihren sein, da]] die Erzeugung neuer ]~llttel in der Reget nur von symptomatischen Gesichtspunkten ausgegangen ist und sich begniigt hat, Verbesserungen schon vorhandener ehemischer ]?rodukte herbeizufiihren oder besonders hervortretende Krankheitserscheinungen zu beseitigen, ohne das Wesentliche der Krankheit selbst, die Ursaehe derselben, bei Vermeidung einer Seh~digung des menschlichen Organismus anzugreifen. Es kann daher mit um so grS~erer Freude begrfil~t werden, dal] auf der Basis der yon Ehrlich inaugurierten experimentetten Chemot, herapie ein Mittel gefunden ist, welchem im ]~ampfe gegen einen sehr wichtigen Feind des ~enschen, den Pneumokokkus lanceolatus, eine fundamentale Bedeutung zukommt. Dieses Mittel ist das yon Morgenroth angegebene Derlvat des Chinlns, das ~thyIhydrocuprein oder Optochin. Die ~rinzipien, auf denen die Wirkung dieses Mittels beruht, die allm~Miche Entwicklung der Forschungen, die schlie$]ich zur Einfiihrung dieses Mittels fiihrten, hat Morgenroth selbst in dieser Zeitschrift vor zwei gahren dargestel]t~). Wit haben gesehen, dal~ die Hauptschwierigkeiten, we]ehe slch der Anwendung yon spezifisch wirkenden chemischen Mitteln entgegenstellen, darauf beruhen, dal~ diese Mittel entweder neben ihrer Wirkung auf Bakterien und deren sch~digende ~rodulcte den Organismus selbst zu stark angreifen oder aber in bh t and eiweit]haltiger Flfissigkeit ihre Wirksamkeit mehr oder weniger verlieren, also im ]~eagenzglase zwar eine aul]erordentliche Desinfektionskraft besitzen, ~fir den menschlichen Organlsmus indes ganz unbrauchbar sind. Ein genaueres Eingehen au£ diese Yerh~ltnisse eriibrigt sich daher, und~ es bleibt nur f~brig, das Optochin auf selnen Pra~ztischen Wert~ der ibm nach den bisherigen Erfahrungen zukommt, zu priifen. Auch hler beschr~nke ieh reich darauf, nut auf die Wirksamkeit

DOI: 10.1007/BF01547761

Cite this paper

@article{Levinsohn2005DasOI, title={Das Optochin in der Augenheilkunde}, author={Augenarzt Prof. Dr. G. Levinsohn}, journal={Naturwissenschaften}, year={2005}, volume={3}, pages={653-656} }