Das „Forum Proteomics“

Abstract

plan einer Zelle, gibt nicht alle Informationen über Form, Funktion und Zusammenspiel der danach hergestellten Produkte, den Proteinen, wieder, wie am einfachen Beispiel der Metamorphose von Raupe zu Schmetterling deutlich wird. Beide besitzen dieselbe Erbinformation und unterscheiden sich doch vollkommen hinsichtlich ihrer Erscheinung und Fähigkeiten (. Abb. 1). Über die Aufklärung der Gensequenz hinaus sind daher Untersuchungen zu Vorkommen, Veränderungen und Zusammenspiel von Proteinen zum Verständnis biologischer Vorgänge unverzichtbar. Zentrales Anliegen der molekularen Tumorforschung ist die Beantwortung der Frage, welche qualitativen und quantitativen Veränderungen von Proteinen bzw. ihrer Interaktionen für das biologische Verhalten einer Tumorzelle verantwortlich sind. Die Wissenschaft, die sich mit diesem Thema befasst, wird „Proteomics“ genannt. In der Medizin verspricht man sich von diesem neuen Forschungsgebiet tiefere Erkenntnisse zur Tumorbiologie, die etwa helfen sollen, neue Strategien für eine Verbesserung der Heilungschancen betroffener Patienten zu entwickeln (s. Goebell et al. in WTZE Jahrbuch 2002, S. 61–66). Am Universitätsklinikum Essen hat sich vor 3 Jahren unter maßgeblicher Beteiligung von Mitgliedern des WTZE, des Zentrum für Forschungsund Entwicklungstransparenz (FET) und verschiedener Forschergruppen eine interdisziplinäre Plattform, das „Forum Proteomics“, konstituiert. Ziele dieser Plattform sind zum einen, für die sehr komplexe Forschung auf dem Gebiet der Proteine/Proteome neue Wege und Formen der interdisziplinären Zusammenarbeit zu entwickeln und vorhandene Expertisen transparent zu machen und nachhaltig am Standort Essen zu bündeln. Zum anderen soll durch eine enge disziplinübergreifende Kooperation den beteiligten Arbeitsgruppen aus den verschiedenen medizinischen und nichtmedizinischen Abteilungen der unmittelbare Zugang zu den für die Proteomforschung erforderlichen hochspezifischen und anspruchsvollen Analysenmethoden ermöglicht werden. Hierzu zählt insbesondere auch die Massenspektrometrie, deren Weiterentwicklung in den letzten 20 Jahren zu den Fortschritten auf dem Gebiet der „Proteomics“ entscheidend beigetragen hat. Projekte, die von Arbeitsgruppen des „Forum Proteomics“ bereits bearbeitet werden bzw. bearbeitet werden sollen, sind bisher auf 3 Workshops vorgestellt und diskutiert worden. Sie lassen sich fachübergreifend wenigen Projektfeldern zuordnen (. Abb. 2), obwohl die einzelnen Arbeitsgruppen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen stammen und verschiedene Fragestellungen bearbeiten (. Tab. 1). Auf diese Weise wird es im „Forum Proteomics“ möglich, dass sich Arbeitsgruppen in bis-

DOI: 10.1007/s00120-007-1419-1

Cite this paper

@article{Goebell2007DasP, title={Das „Forum Proteomics“}, author={Dr. P. J. Goebell and Herbert Ruebben and Gerhard H. M{\"{u}ller and Albert Wolfgang Rettenmeier}, journal={Der Urologe}, year={2007}, volume={46}, pages={1157-1160} }