Chemie und Vorgeschichtsforschung

Abstract

Metalle nnterliegen im Boden durch die Einwirkung der Luft, des Kohlendioxyd und der Salze der Korrosion, die abh~ingig yon Zeit, Art und Konzentration der Bodenl6sung verschieden welt und in verschiedenster Richtung vertaufen und zu einer v611igen Zerst6rung fiihren kann. Bronze wird zun/ichst oberfl/ichlich oxydiert und bei Zutritt yon CO 2 in Karbonat iiberfiihrt, das sie als ,,Patina" bedeckt, den weiteren Angriff der Boden16sung verlangsamt und schlieglich praktisch unterbindet, so dab unterhalb einer verh/iltnism/il3ig diinnen ,,Patinaschicht" das unver/inderte Metall liegt. Diese Edelpatina ist meistens griin (Malachit), gelegentlich audh dunkelblau (Kupferlasur), gl/tnzend und fest. Der Gehalt an Kupfer ist im Vergleich zu dem an Zinn angereichert. Liegt das Metall in besonders durchlfissigem Boden, in dem eine lebhafte Zirkulation an O~ und CO2-haltigem Wasser m6glich ist, so tritt eine tiefer gehende Zersetzung ein. Kupferkarbonat wird aus der Patina geI6st und fortgefiihrt, womit eine Anreicherung an SnO 2 hervortritt. Die dichte Schutzschicht wird damit zerst6rt, sie wird por6s und ffir die Bodenl6sung durchl/issig, so dab neue Metallschichten angegriffen und in gleicher Weise umgewandelt werden. Aus der in die Verwandlungsschicht eintretenden Bodenl6sung werden die durch Kupferkarbonat f/illbaren Bestandteile, also Eisen, Aluminiumoxyd und Phosphate abgeschieden, w~ihrend das Kupferkarbonat abwandert. Die Zahlen der Tabelle 4 zeigen den Ablauf dieser

DOI: 10.1007/BF00638591

17 Figures and Tables

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@article{Geilmann2004ChemieUV, title={Chemie und Vorgeschichtsforschung}, author={W. Geilmann}, journal={Naturwissenschaften}, year={2004}, volume={37}, pages={97-102} }