Casuistische Beiträge zur Hysteria virilis

Abstract

Im strengen Sinne des Wortes genommen ist der Ausdruck ,,Hysteria virilis" sinnlos, da er andeutet, dass eine nothwendige Bedingung zur Entstehung dieser Krankheit die Anwesenheit eines Uterus, eincr ~av~Qa, sei. Infolge dessen hat es auch nicht an Versuchen gefehlt, diesen Ausdruck aus der klinischen Terminologie zu eliminiren und durch einen passenderen zu ersetzen; so hat beispielsweise L a n o a i l l e de L a c h ~ s e 1) vorgeschlagen, die Hysteric der Manner mit dem l~amen T a r a x i s zu belegen, worunter das Gegentheil der Ataraxia (Seelenruhe) der alten Griechen zu verstehen w~ire. Allein der Name Hysteria virilis hat sich in der klinischen Terminologie bereits so sehr eingebtirgert, dass alle derartigen Versuche, ihn aus derselben zu streichen, fehlschlagen werdcn. Die zutreffendste Antwort auf die Frage, was man unter dem Begriffe Hysteric heutzutage verstehe, seheint uns bis jctzt M 5 bin s 2) geliefcrt zu haben, der als hysteriseh alle diejenigen krankhaften Veriinderungen des K~irpcrs bezeichnet, welche durch V o r s t e 11 u n g c n verursacht werdcn. Allein auch dicse Definition lasst noch zu wtinsehen tibriff, da auch sic noch nieht einen ganz freien Einblick in das W e s e n der Hysteric, die bis heute noch immer als die rathselhafte I~eurose par excellence bezeichnet werden muss, zu gewiihre~ vermag. Allein Zweck dieser Arbeit kann es nicht sein, den undurehdringlichen Schleier, der auf der Hysteric liegt, zu zerreissen; eine solche Riesenarbeit trauen wit uns nicht zu. Je genauer und

DOI: 10.1007/BF01661603

Cite this paper

@article{Leuch2005CasuistischeBZ, title={Casuistische Beitr{\"a}ge zur Hysteria virilis}, author={Dr. med. Grottfried Leuch}, journal={Deutsche Zeitschrift f{\"{u}r Nervenheilkunde}, year={2005}, volume={1}, pages={506-527} }