Bronchialspasmen und Adrenalinversuch

Abstract

1. Übersicht über die komplexen Wirkungen des Adrenalins und seiner Derivate auf die Respirationsorgane an Hand der Literatur. 2. Beschreibung des vonRossier undMéan 1936 angegebenen Adrenalinversuches, bei dem die Atemreserven vor und nach einer Injektion von Adrenalin spirometrisch gemessen werden. 3. Die Bearbeitung des umfangreichen Materials der Medizinischen Poliklinik Zürich zeigt, daß die wesentliche Adrenalinwirkung beim Vorliegen von Bronchialspasmen in einer deutlichen Zunahme der dynamischen Atemreserven, die im Atemgrenzwert charakterisiert sind, besteht. 4. Mit dem Adrenalinversuch lassen sich Spasmen nachweisen, die klinisch nicht immer erkennbar sind, z.B. bei der Silikose und bei der Bronchitis inapercepta. 5. Die detaillierteren Untersuchungen der Lungenfunktion zeigen, daß Adrenalin bei lungengesunden Versuchspersonen und bei Patienten mit chronischen Bronchialspasmen neben einer Grundumsatzsteigerung eine massive Zunahme der Ventilation bewirkt. Ist die Lungenfunktion durch solche Spasmen gestört, so ist nach der Adrenalininjektion meistens keine wesentliche Besserung des alveolären Gaswechsels und vor allem keine Ökonomisierung der Atmung festzustellen. Ist die Lungenfunktion normal, so wird unter der Wirkung des Adrenalins die Atmung verflacht und unökonomisch. 6. Es wird auf die Rolle der Spasmen für die verschiedenen Bronchitisformen und für die Silikose hingewiesen. Übersicht über die komplexen Wirkungen des Adrenalins und seiner Derivate auf die Respirationsorgane an Hand der Literatur. Beschreibung des vonRossier undMéan 1936 angegebenen Adrenalinversuches, bei dem die Atemreserven vor und nach einer Injektion von Adrenalin spirometrisch gemessen werden. Die Bearbeitung des umfangreichen Materials der Medizinischen Poliklinik Zürich zeigt, daß die wesentliche Adrenalinwirkung beim Vorliegen von Bronchialspasmen in einer deutlichen Zunahme der dynamischen Atemreserven, die im Atemgrenzwert charakterisiert sind, besteht. Mit dem Adrenalinversuch lassen sich Spasmen nachweisen, die klinisch nicht immer erkennbar sind, z.B. bei der Silikose und bei der Bronchitis inapercepta. Die detaillierteren Untersuchungen der Lungenfunktion zeigen, daß Adrenalin bei lungengesunden Versuchspersonen und bei Patienten mit chronischen Bronchialspasmen neben einer Grundumsatzsteigerung eine massive Zunahme der Ventilation bewirkt. Ist die Lungenfunktion durch solche Spasmen gestört, so ist nach der Adrenalininjektion meistens keine wesentliche Besserung des alveolären Gaswechsels und vor allem keine Ökonomisierung der Atmung festzustellen. Ist die Lungenfunktion normal, so wird unter der Wirkung des Adrenalins die Atmung verflacht und unökonomisch. Es wird auf die Rolle der Spasmen für die verschiedenen Bronchitisformen und für die Silikose hingewiesen.

DOI: 10.1007/BF02232278

Cite this paper

@article{Biilmann2005BronchialspasmenUA, title={Bronchialspasmen und Adrenalinversuch}, author={A. B{\"{u}iilmann and Thomas Wegmann}, journal={Beitr{\"a}ge zur Klinik der Tuberkulose und spezifischen Tuberkulose-Forschung}, year={2005}, volume={105}, pages={189-198} }