Blutgerinnungsbeeinflussung durch Cystaminhomologe

  • Helmut Moll
  • Published 2004 in
    Naunyn-Schmiedebergs Archiv für experimentelle…

Abstract

Die von W. Dirscherl und F. W. Weingarten zum erstenmal synthetisierten Cystaminhomologa werden in ihrer Wirkung auf die Blutgerinnung in vitro und in vivo untersucht. Die Substanzen wirken in vitro deutlich gerinnungshemmend. Dieser Effekt nimmt mit steigendem Molekulargewicht zu. Cystamin 6 [Bis-(ω-amino-n-hexyl)-disulfid] ist in seiner hemmenden Wirkung dem Cystein gleichzusetzen, während Cystamin 8 [Bis-(ω-amino-n-octyl)-disulfid] etwa 30mal stärker wirkt und die Verbindung mit 10 Methylengruppen im hälftigen Molekül wiederum doppelt so stark wie Cystamin 8. Im Kaninchenversuch werden 30 mg des Cystamin 8 gut vertragen und diese Menge bewirkt nach 6 Std eine Prothrombinaktivität von 63%. Nach 18 Std ist die Prothrombinaktivität wieder normal (100%). 100 mg dieser Substanz töten ein Kaninchen in 10–20 sec; es kommt zu schweren Schädigungen der Lungencapillaren, Lungenödem und Erstickungstod.

DOI: 10.1007/BF00248441

Cite this paper

@article{Moll2004BlutgerinnungsbeeinflussungDC, title={Blutgerinnungsbeeinflussung durch Cystaminhomologe}, author={Helmut Moll}, journal={Naunyn-Schmiedebergs Archiv f{\"{u}r experimentelle Pathologie und Pharmakologie}, year={2004}, volume={214}, pages={374-380} }