Biogeographische untersuchungen über die lebensgemeinschaft des treibenden golfkrautes

Abstract

1. Die Verbreitung krautbewohnender Organismen in der Sargassosee erklärt sich aus der ozeanographischen Vorstellung eines Kreisstromes nur sehr unbefriedigend, zwangloser dagegen unter Zugrundelegung einer Auffassung, die zwei durch die nördliche subtropische Konvergenz voneinander getrennte Meeresteile unterscheidet (Golfstrom- und Nordäquatorialstromgebiet). 2. Die Lebensgemeinschaft der treibenden Tange kennzeichnet sich als eine selbständige, wesentlichen Küsteneinflüssen entzogene Lebensgemeinschaft des Golfstromgebietes. Als Verbreitungszentrum muß der innere, schwach und unregelmäßig bewegte Teil des Golfstromgebietes angesehen werden. 3. Ein Abhängigkeitsverhältnis in der Art, daß einer größeren Dichte des Golfkrautes örtlich eine höhere Artenzahl der Organismen entspräche, scheint wohl zu bestehen, läßt sich über nicht ganz befriedigend nachweisen. 4. Ein Einfluß der Jahreszeiten auf die Besiedlungsdichte kann in dem Sinne als erwiesen gelten, daß mit fortschreitendem Winter eine Abnahme der Organismen stattfindet. 5. Eine Anzahl charakteristischer Tierformen zeigt Zwergwuchs in unterschiedlicher Ausbildung. Als Ursache der Erscheinung dürfte Nahrungsmangel in Betracht kommen. 6. In einigen Fällen scheint das treibende Golfkraut als Mittel für die Ausbreitung bestimmter Tierformen wirksam gewesen zu sein. Die Verbreitung krautbewohnender Organismen in der Sargassosee erklärt sich aus der ozeanographischen Vorstellung eines Kreisstromes nur sehr unbefriedigend, zwangloser dagegen unter Zugrundelegung einer Auffassung, die zwei durch die nördliche subtropische Konvergenz voneinander getrennte Meeresteile unterscheidet (Golfstrom- und Nordäquatorialstromgebiet). Die Lebensgemeinschaft der treibenden Tange kennzeichnet sich als eine selbständige, wesentlichen Küsteneinflüssen entzogene Lebensgemeinschaft des Golfstromgebietes. Als Verbreitungszentrum muß der innere, schwach und unregelmäßig bewegte Teil des Golfstromgebietes angesehen werden. Ein Abhängigkeitsverhältnis in der Art, daß einer größeren Dichte des Golfkrautes örtlich eine höhere Artenzahl der Organismen entspräche, scheint wohl zu bestehen, läßt sich über nicht ganz befriedigend nachweisen. Ein Einfluß der Jahreszeiten auf die Besiedlungsdichte kann in dem Sinne als erwiesen gelten, daß mit fortschreitendem Winter eine Abnahme der Organismen stattfindet. Eine Anzahl charakteristischer Tierformen zeigt Zwergwuchs in unterschiedlicher Ausbildung. Als Ursache der Erscheinung dürfte Nahrungsmangel in Betracht kommen. In einigen Fällen scheint das treibende Golfkraut als Mittel für die Ausbreitung bestimmter Tierformen wirksam gewesen zu sein.

DOI: 10.1007/BF00446711

Cite this paper

@article{Timmermann2004BiogeographischeU, title={Biogeographische untersuchungen {\"{u}ber die lebensgemeinschaft des treibenden golfkrautes}, author={G{\"{u}nter Timmermann}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Morphologie und {\"{O}kologie der Tiere}, year={2004}, volume={25}, pages={288-335} }