Bemerkungen zu vorstehendem Aufsatz

Abstract

O. Schmidt beklagt sieh in vors tehendem Aufsatz dariiber, dab der yon ihm vor 20 J a h r e n aus Krebsgesehwiilsten geziiehtete Mikroorganismus er n e n n t ihn ein Protozoon n icht als Krebserreger ane rkann t ist, obwohl nach seinen Angaben durch ihn zweifellose Krebsgesehwiilste hervorgerufen wurden. Glaubt der Verf. wirklieh, dab seine Arbei ten nur unbekann t geblieben sind? Schmidt war weder der erste, der einen Mikroorganismus aus Krebs geziichtet hat , noch war er der erste, der behauptete , Krebsgesehwiilste mi t diesen erzeugt zu hubert. Ober die al teren Behaup tungen ist man ebenso wie tiber die seinigen zur Tagesordnung tibergegangen. Warum ? I n 20 Jah ren hi~tte sich feststellen lassen mtissen, ob wirklieh in jedem Fall ,con bSsartiger Cesehwulst tier Sehmidtsche Erreger da ist, zumal die Scmmdtsche Methode tl(ichst einfach, d . h . die allgemein iibliche ist. In den Primargeschwiilsten und in den Me~astasen wollte Schmidt regelm~13ig sein Protozoon gefunden haben. Niemand ha t dies in 20 J a h r e n besti~tigen kSnnen. V. Dungern und Werner, die Schmidt als Befiirworter seiner Befunde anfi ihrt , sagen vielmehr: , ,Jene Gebilde, welehe er (Schmidt) fiir Parasiren erkliirt, kSnnen freilieh n ich t als solche ane rkann t werden. Es handel t sich, wie aueh Schuberg i~ul3erte, u m Fet tki igelehen." (v. Dungern-Werner: Das Wesen der b6sart igen Geschwtilste, Acad. Verlagsbuchh., Leipzig 1907, S. 144.) Auch die Angabe, daf~ Imbarsch die eingesandten Tumoren als Krebse anerkannte , daf t n ich t dah in in terpre t ier t werden, als habe Lubarsch die Schmidtschen Behaup tungen best~tigt. Wenn jetzt , wie Schmidt sagt, fiir die parasi tare Krebsen ts tehung ein gr6$eres Interesse ausgel6st ist, so ist vorweg zu bemerken, dal~ es sich in den neueren Arbei ten u m den Schmidtschen Paras i ten n ieh t handelt . Die Arbei ten yon Gye betreffen ein invisibles Virus, die meinigen und die anderer Bacillen aus tier Tumefaciensgruppe. Was ha t denn Schmidt t iberhaupt geziichtet ? Er sprieht yon Reinkul turen seines Mikroorganismus (Protozoen ?). WAre es wirklich ein Protozoon gewesen, so kann Schmidt nieh~ gut Re inkul tu ren gehabt haben. Tats~chlieh ha t Schmidt aus mensehliehen Carcinomen einen Mucor racemosus geztichtet. Ball dieser den Krcbserreger in Gestal t eines Protozoon en tha l ten sollte, ist eben eine Behauptung, ftir die aber keine Beweise beigebracht sind. Wenn mi t dem Mucor racemosus einige Male, wie er behaupte t , echte Tumoren erzeugt sein sollten, so kann man dies heute vielleicht folgendermal3en erkl~ren. Wir dtirfen annehmen, da6 in den Geschwtilstcn ein Agens, sei es belebter, sei es unbelebter Form vorhanden ist. Dieses kann bei den Zi ichtungen i ibertragen werden, wie ich dies auch bei den Baeillen, die wir geztichtet haben, ftir m(iglich halte. Vielleicht ist dieses Agens in den Kul tu ren des Mucor racemosus yon Schmidt, auch in denen seiner Vorghnger und Nachfolger manchmal mit dabei gewesen.

DOI: 10.1007/BF02122347

Cite this paper

@article{Blumenthal2005BemerkungenZV, title={Bemerkungen zu vorstehendem Aufsatz}, author={Ferdinand Blumenthal}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Krebsforschung}, year={2005}, volume={23}, pages={495-495} }