Beitrag zur Pathogenese der Mondbeinnekrose

Abstract

If you compare the analysis of X-ray material of lunatum necrosis on one side and “normal” wrists in the age of 25 to 35 on the other side, has been examined carefully the single cases the observation that malacie of os lunatum are often combined with an arthrosis in the distal radio-ulnar articulation. We can see, that of the 109 evaluated necrosis of os lunatum 84.4% in the same time are strongly marked by X-ray arthrosis signs in the distal radio-ulnar articulation; on the other side we could find that only 14.4% of the 250 cases of “normal” wrists had an arthrosis in the radio-ulnar articulation. We found “minusvariants” of the ulna at lunatum necrosis in 58.7%; at the “normal” wrists only in 6.8%. Of special interest seemed to us the enquiry how we can see the combination from differences of length between ulna and radius on the wrist of the one side an X-ray markers of arthrosis between radio-ulna articulation on the other side. In combination with necrosis of os lunatum proved “minusvariants” of ulna did show in 90.9% of the same time contemporary a progressiv necrosis of the radio-ulnar articulation combined with “normal” wrists we found a quota of 52.9%. “Plusvariants” of ulna show in 85.7% a necrosis of os lunatum; in “normal” wrists in 22.2% are seen in combination with arthrosis of the radio-ulnar articulation. The group of “null- or norm variants” of Kienböck disease and “normal” wrists corresponding show very petty X-ray arthrosis markes of the radio-ulnar articulation. Therefore it may be assumed that the lengthen difference between ulna and radius at the wrist is a failure of growth and it also may be assumed that the miss-articulation leeds to a miss-claimb which can produce in a years to a secundary arthrosis. Furthermore it may be assumed that—in spite of the different development of joint chambres of the distal radioulnar articulation and the main wrist—a discus triangularis can introduce the arthrosis in the neighbourhood of the os lunatum and can therefore start the malacie of the os lunatum. It would be wrong that we can say much about pathogeneses of os lunatum necrosis in studying our X-ray material; the only thing that we can say in seeing our results is that statistical significant is the correlation of degenerative changes at the distal radio-ulnar articulation for Kienböck disease than the shorter ulna producing a bone level at the wrist. Durch vergleichende Analyse eines umfangreichen Röntgenmaterials von Mondbeinnekrosen einerseits und „normalen” Handgelenken der Altersgruppe 20 bis 35 Jahre andererseits wurde die in Einzelfällen getroffene Beobachtung sorgfältig überprüft, daß Malacien des Os lunatum häufig mit einer Arthrose im distalen Radio-Ulnargelenk vergesellschaftet sind. Es zeigte sich, daß von den 109 ausgewerteten Mondbeinnekrosen insgesamt 84.4% gleichzeitig ausgeprägte röntgenologische Arthrosemerkmale am körperfernen Unterarmdrehgelenk aufwiesen; demgegenüber konnte bei der altersmäßig ausgewählten Vergleichsgruppe „normaler” Handgelenke lediglich in 14,4% der insgesamt 250 Fälle eine Drehgelenksarthrose festgestellt werden. Minusvarianten der Elle wurden bei Lunatumnekrosen in 58,7%, bei den „normalen” Handgelenken nur in 6,8% der Fälle angetroffen. Von besonderem Interesse schien uns die Frage nach der Häufigkeit des Zusammentreffens von Stufenbildungen zwischen Elle und Speiche am Handgelenk auf der einen und röntgenologischen Arthrosezeichen am Radio-Ulnargelenk auf der anderen Seite. Die in Verbindung mit Mondbeinnekrosen nachgewiesenen Minusvarianten der Elle zeigten in 90,6% gleichzeitig eine fortgeschrittene Drehgelenksarthrose, in Kombination mit „normalen” Handgelenken ergab sich diesbezüglich eine Quote von 52,9%. Plusvarianten der Ulna wiesen bei Lunatummalacien in 85,7%, bei „normalen” Handgelenken in 22,2% eine Kombination mit Drehgelenksarthrosen auf. Übereinstimmend ergab die Gruppe der Null- oder Normvarianten sowohl bei der Kienböckschen Erkrankung als auch bei den „normalen” Handgelenken die kleinste Anzahl röntgenologisch erkennbarer Arthrosen am körperfernen Ellen-Speichen-Gelenk. Auf Grund dieser Ergebnisse scheint die Annahme berechtigt, daß die offenbar auf einer Wachstumsstörung beruhenden Längendifferenzen zwischen Elle und Speiche am Handgelenk infolge der durch die Fehlartikulation verursachten Fehlbesanspruchung im Verlauf der Jahre zum sekundären Aufbrauchschaden des distalen Unterarmdrehgelenkes zu führen vermögen. Darüber hinaus legen sie die Vermutung nahe, daß trotz der normalerweise getrennt angelegten Gelenkkammern von körperfernem Ellen-Speichen-Gelenk und eigentlichem Handgelenk—möglicherweise über einen mehr oder weniger mitbeteiligten Discus triangularis—der Arthroseprozeß bis auf das unmittelbar benachbarte Mondbein übergreifen und den Erweichungsvorgang desselben einleiten kann. Wenngleich uns, nicht zuletzt auf Grund unserer ausschließlich an Hand eines größeren Röntgenmaterials durchgeführten Untersuchungen, für derart weitreichende Schlußfolgerungen im Hinblick auf die Pathogenese der Mondbeinerweichung vorerst kritische Zurückhaltung angezeigt scheint, so kann es auf Grund der ermittelten Resultate keinen Zweifel darüber geben, daß den degenerativen Veränderungen am distalen Radio-Ulnargelenk eine — zumindest statistisch—unwiderlegbar größere Bedeutung für die Kienböcksche Erkrankung zukommt, als der durch die zu kurze Elle bedingten knöchernen Stufe am Handgelenk.

DOI: 10.1007/BF02433479

Cite this paper

@article{Steinhuser2006BeitragZP, title={Beitrag zur Pathogenese der Mondbeinnekrose}, author={Priv.-Doz. Dr. J. Steinh{\"a}user and Heinrich Abele}, journal={Archiv f{\"{u}r orthop{\"a}dische und Unfall-Chirurgie, mit besonderer Ber{\"{u}cksichtigung der Frakturenlehre und der orthop{\"a}disch-chirurgischen Technik}, year={2006}, volume={78}, pages={227-236} }