Beitrag zur Melorheostose

Abstract

als eii ien motor ischei i und n ich t vasomotor i schen Ef fek t deu ten Dies ku rzdaue rnde Ph~inomen, das eiiiige Au to ren zur A n n a h m e einer K~iltediurese ffihrte, dfirf te uiiseres Er ach tens eher als eine Folge ve rmehr t e r Per i s ta l t ik voi i Niereiibecken und Nierenke lchen aufzufassei i sein. BgONNER und SCHOLLEg, die diese F rage offeii lasseii, haben versucht , sie dureh pyeloskopische Beobach tu i ig zu M~iren, konnte i i jedoch keine deu t l i chen VerXiiderungeii feststelleii . Die Niere verh~l t sich, wie das berei ts STRASSER und RIEDXR be ton t haben, auf Hau t r e f l exe IIicht im Siiine des sog. Das t re Mora tschen Gesetzes, soiidern im Gegensatz zu allen (?) in t rape r i tonea len Organen gleichsinnig m i t den GefiiBeii der Hau t . Die Hau t -E ingewe ide re f l exe sind sei t al ters her therapeu t i sch ausge l lu tz t worden : die Schmerzbek~Lmpfuiig durch W~rmeapp l ika t ione i i auf die H a u t be ruh t zweifellos aiif solchen ReflexwirkungeI1. Auch die Schmerzst i l lu i ig bei Kolikei i durch Paraver tebra lan~s thes ie (v. BERGMANN, L-X_WEN U. a.) be ruh t n ich t aui der Be t~ubung zent r ipe ta le r Bahnen, sondern auf der U n t e r b r e c h u n g eines Ref lexbogens. A. SCHMIDT sail raschen A b g a n g yon Koii lcrementen IIach Paraver tebra l i i i j ek t ione i i . E r schlieBt daraus auf eine krampf16sende W i r k u n g der AnXsthesie ~af die Harn le i t e rmuskula tur . Derse lbe E i f e k t l~Bt sich nun du tch eine vim einfachere Methode erzeugen, n~mlich durch die Aii~sthesierui ig der Headschen Zone. Das Pr i i iz ip is t n ich t neu. LEMAIRE, ROCH und FROMMEL, DANIELOPOLU und LUNEDEI haben solche segmeii t~ren Injekt ioi ie i i vo rnehml i ch bei Ang ina pectoris , Mageiigeschwfir, Ga l lenb lasenschmerzen und Pleur i t i s m i t Er fo lg angeweiidet . HALBAN ber ich te t fiber befr iedigende Ergebnisse bei Adiiexe rk rankungen . Wi r haben die Methode bei Nierenuiid Har i i le i ter schmerzen, auch schwers ten Grades, m i t f iberraschei idem Er fo lg angewendet . Das Verfahrei i is t ~iuBerst e infach: Zur I n j e k t i o n ve rwende t en wir X/~proz. Novoca in oder 1/~ promill . PercainlSsung. Es ist n ich t IIotwendig, die ganze of t ausgedehnte Zone zu aii~isthesieren. Vie lmehr geniigt es, im Gebie t der Segmente D IO bis D 12 bzw. L I einige Zentime te r voi i der Wirbels~iule en t fe rn t und paral le l zu dieser m i t 5 -15 ccm A n a e s t h e t i c u m einen subcu tanen Flfissigkeitswal l anzulegei i und so die Zone zei i t ralw~rts abzuriegeln. Der Er fo lg t r i t t me is t schon naeh wenigen Sekunden eiii. Die Schmerzen lassen vSll ig oder zum mindes t en sehr erhebl ich nach. Einige Male waren bei urologischeii Erkranki i i igen j edoch IIie bei der S te i i ik rankhei t l Versager zu verzeichnen. Nach LUN~D~I reagieren n ich t alle F o r m e n yon Schmerz auf reI lektorische Beeiiiflussung. Ffir die Schmerzen der Har i iorgai ie waren diese Untersch iede noch zu kl~iren. Auch ffir andere Organe und Gewebe sind die Beobach tungen widersprechei id . So ha l t LUNEDEI den Serosaschmerz ffir ein Haup tanwendu i ig sgeb ie t der Methode, w~hreiid HALBAN Versager sah, wo die Serosa an der gyn~kologischei i Er k ra i ikung bete i l ig t war. E in ig sind sich die Au to ren darfiber, dab durch die Ref lexan~sthesie eine segment~re Beeinf lussung des Muskeltoi ius s ta t t f inde t , vo r a l l em der Bauchdeckei i . W i t glaubel l aber auch in Analogie zu den Beobachtui ige i i bei Pa rave r t eb ra l an~sthesie , eine krampf l6sende Wi rkung auf die g la t te Musku la tu r der Harnwege a i inehmei i zu kSiinen bei gleichzei t iger Ve rmehrung der Per i s ta l t ik (Lion). An den yon uiis I Intersuchten pathologischei i FMlen konn ten wir uns keiii Ur te i l darfiber bilden, ob in einer wei te ren Analogie m i t der W~rmewirku l lg und Pa rave r t eb ra l an~sthesie (KAPPIS uiid GERLACI~) durch die In j ek t ion auch eine Polyur ie erzeugt wird. I n j edem Fal l bes i tzen wir in tier Methode eine M6glichkeit , aueh schwere Kol iken ohne Ai iwendung yon Opiateii , die ja versehiedene Nachte i le in sich bergen -, fas t m o m e n t a n zu coupieren. Die Wi rkung scheint -in urologischen F~Ilen u m so ausgesprochener zu sein, je deut l icher eine Hauthypdr~isthesie vo rhanden ist. Das h/ ingt yon dem Charakt e r des Schmerzes, aber auch yon der IIerv6sen Kons t i t u t i on K L I N I S C H E W O C H E N S C H R I F T . I I . J A H R G A N G . N r . 28 II8 3

DOI: 10.1007/BF01766368

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@article{Saupe2005BeitragZM, title={Beitrag zur Melorheostose}, author={Prof. Dr. Erich Saupe}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={11}, pages={1183-1186} }