Beitrag zum Problem des Anti-Antikörpers

Abstract

Zur Prüfung der Frage, ob die den Antikörper als solchen charakterisierenden prosthetischen Molekülgruppen an der Antikörperglobulinmicelle auch antigene Eigenschaften als sozusagen „determinante Gruppen“ besitzen, wurden einerseits Kaninchen mit durch Abdissoziation gereinigten Iso-Anti-A-Agglutininlösungen und andererseits Mäuse mit pflanzlichen Anti-O-Globulinlösungen aus dem Cotyledoneneiweiß von Samen von Cytis. Laburn. alpin. immunisiert. An den auf diese Weise erhaltenen Immunseren wurde folgendes festgestellt: 1. In der Präzipitationsreaktion konnte bei den mit Iso-Anti-A immunisierten Kaninchen kein Anhalt für die Bildung eines echten Anti-Antikörpers gefunden werden. 2. In der Agglutinationshemmungsreaktion schien eine nur schwach erkennbare stärkere Hemmung der Iso-Anti-A-Agglutination gegenüber A1-Blutzellen vorhanden zu sein beim Vergleich derjenigen der Iso-Anti-B-Agglutination gegenüber B-Blutzellen. 3. Bei den mit pflanzlichen Anti-O-Globulmen immunisierten Mäusen, deren Seren allerdings nicht vollständig analysiert werden konnten, beobachteten wir lediglich in der Agglutinationshemmungsreaktion Antiglobuline, die die spezifische Agglutination der Cytis. Laburn. alpin.-extrakte gegenüber O-Blutzellen in gewisser Stärke hemmten. 4. Dagegen sprachen die Befunde in der Komplementbindungs-reaktion mit den Kaninchen-Immunseren (Iso-Anti-A) in dem bisher geprüften Umfang deutlich für eine gewisse Spezifität der erhaltenen Anti-Antikörper gegen die Anti-A-gruppe der Agglutininträger, indem sowohl das homologe Iso-Anti-A stärker als das Iso-Anti-B als auch pflanzliche Anti-A-extrakte aus Limabohnen deutlich in Reaktion traten. In der Präzipitationsreaktion konnte bei den mit Iso-Anti-A immunisierten Kaninchen kein Anhalt für die Bildung eines echten Anti-Antikörpers gefunden werden. In der Agglutinationshemmungsreaktion schien eine nur schwach erkennbare stärkere Hemmung der Iso-Anti-A-Agglutination gegenüber A1-Blutzellen vorhanden zu sein beim Vergleich derjenigen der Iso-Anti-B-Agglutination gegenüber B-Blutzellen. Bei den mit pflanzlichen Anti-O-Globulmen immunisierten Mäusen, deren Seren allerdings nicht vollständig analysiert werden konnten, beobachteten wir lediglich in der Agglutinationshemmungsreaktion Antiglobuline, die die spezifische Agglutination der Cytis. Laburn. alpin.-extrakte gegenüber O-Blutzellen in gewisser Stärke hemmten. Dagegen sprachen die Befunde in der Komplementbindungs-reaktion mit den Kaninchen-Immunseren (Iso-Anti-A) in dem bisher geprüften Umfang deutlich für eine gewisse Spezifität der erhaltenen Anti-Antikörper gegen die Anti-A-gruppe der Agglutininträger, indem sowohl das homologe Iso-Anti-A stärker als das Iso-Anti-B als auch pflanzliche Anti-A-extrakte aus Limabohnen deutlich in Reaktion traten. Die Versuche bedürfen einer Erweiterung auf weitere Anti-A-haltige Agglutininträger.

DOI: 10.1007/BF02149569

Cite this paper

@article{Krpe2005BeitragZP, title={Beitrag zum Problem des Anti-Antik{\"{o}rpers}, author={Martin Kr{\"{u}pe and Egon Powilleit}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Hygiene und Infektionskrankheiten}, year={2005}, volume={134}, pages={198-211} }