Beiträge zur Kenntnis des Fieberanstieges

Abstract

Durch subkutane und intravenöse Injektion des Monomethylderivates des alicyklischen Tetrahydro-β-Naphthylamins läßt sich schon in wenigen Minuten eine deutliche Erhöhung der Körpertemperatur erzielen. Schon 15–20 Sekunden nach dem Eindringen des Stoffes in die Blutbahn beginnt die Temperatur im gesamten Gebiet der Gehirnventrikel sich zu erhöhen. Im Vorderhirn dagegen beginnt der Anstieg erst etwa 40–60 Sekunden später und noch einige Sekunden länger dauert es, bis die Darmtemperatur zu steigen anfängt. Die Hauttemperatur erfährt während der Zeit des Ventrikelanstieges mitunter eine Senkung, mitunter bleibt sie ganz gleich, sie beginnt dann einige Minuten später ebenfalls zu steigen. Tritt während der Fieberbewegung plötzlich der Exitus ein, so fällt momentan die Temperatur im Ventrikel ab und zwar sehr steil. Im Vorderhirn tritt gleichzeitig eine Senkung ein, sie ist aber weniger intensiv als im Ventrikel. Darm und Haut behalten die Temperatur noch einige Minuten unverändert bei. Diese Tatsachen sprechen dafür, daß das Eindringen fiebererzeugender Substanzen in erster Linie und zunächst ganz isoliert eine Funktionsänderung mit erhöhter Arbeitsleistung im Gebiet der Temperaturregulierungszentren hervorruft; erst sekundär ändern die übrigen Gebiete ihre Temperatur.

DOI: 10.1007/BF01867796

Cite this paper

@article{Cloetta2005BeitrgeZK, title={Beitr{\"a}ge zur Kenntnis des Fieberanstieges}, author={M. Cloetta and Ernst Waser}, journal={Archiv f{\"{u}r experimentelle Pathologie und Pharmakologie}, year={2005}, volume={73}, pages={436-456} }