Bei KHK Raucherecke besser meiden

  • Published 2012 in CME

Abstract

Mehr als 140 ist pathologisch Beim systolischen Druck ist man sich zumindest einig, dass Werte über 140 mmHg pathologisch sind. Bezweifelt wird allerdings immer mehr, dass eine Senkung unter 130 mmHg einen zusätzlichen Nutzen bringt. In der Studie ACCORD gab es für Diabetiker keinen Vorteil, wenn der Druck statt nur unter 140 mmHg sogar unter 120 mmHg gesenkt wurde, und bei ONTARGET stieg die kardiovaskuläre Mortalität sogar wieder an, wenn der systolische Druck bei KHK-Patienten unter den Grenzwert von 120 mmHg sank. Es scheint also auch für den systolischen Druck – zumindest bei KHK-Patienten – ein J-Kurven-Phänomen zu geben, mit einem Optimum im Bereich von 120 bis 140 mmHg, wobei auch hier wieder zwischen Herzinfarkt und Schlaganfallinzidenz unterschieden werden muss: Nach Daten einer Metaanalyse2 von 13 randomisierten klinischen Studien bei Diabetikern lässt sich zwar die Schlaganfallrate weiter reduzieren, wenn man den systolischen Druck unter 130 mmHg senkt, nicht aber die Herzinfarktrate. Da eine Drucksenkung unter 130 mmHg mit einer intensiveren, oft nebenwirkungsträchtigeren Therapie verbunden ist, halten die Autoren der Analyse daher systolische Zielwerte im Bereich zwischen 130 und 135 mmHg bei den meisten Diabetikern für das Optimum. Nur bei Patienten mit besonders hohem Schlaganfallrisiko könne eine Reduktion auf 120 mmHg erwogen werden. Auf solche Studien hat inzwischen auch die Hochdruckliga reagiert und bereits im vergangenen Jahr die Empfehlungen geändert. Der Zielbereich für Diabetiker wurde nun für 130 bis 140 mmHg angehoben, und vor allem bei KHK-Patienten sollten keine Werte unter 120/70 mmHg angestrebt werden. Das Fazit: Bei Hypertonikern mit KHK ist eine Kombitherapie vorteilhaft, um einen systolischen Zieldruck von unter 140 mmHg zu erreichen und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall rasch zu reduzieren. Tiefer als 120/70 mmHg sollte man den Druck bei KHK-Patienten oder Diabetikern aber auf keinen Fall nicht senken, denn dann steigt das kardiovaskuläre Risiko wieder – bei der Blutdrucksenkung ist also Augenmaß nötig. (Thomas Müller)

DOI: 10.1007/s11298-012-1382-z

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@article{2012BeiKR, title={Bei KHK Raucherecke besser meiden}, author={}, journal={CME}, year={2012}, volume={9}, pages={21-21} }