Behandlungsergebnisse beim Endometriumkarzinom

Abstract

Die Inzidenzrate invasiver Endometriumkarzinome (IEK) nimmt weltweit zu. Diese epidemiologischen Beobachtungen werden begleitet von Bestrebungen um differenziertere therapeutische Richtlinien, die neben der als Basistherapie geltenden unterschiedlich ausgedehnten Uterusexstirpation, die Radio-, Hormonund Zytostatikatherapie umfassen. Der Tumorinvasionstiefe, dem histologischen Differenzierungsgrad und der Peritonealzytologie werden neuerdings prognostische Bedeutung beigemessen. Diese in kiinftigen Statistiken zu beriicksichtigenden Gr613en fordern dazu auf, retrospektiv Bilanz zu ziehen t~ber bisher erreichte Resultate und damit die Grundlage zu schaffen fiir sp~tere Vergleiche. Die retrospektive Untersuchung umfaBt 467 Patientinnen mit IEK, welche von 1971-1982 an der UFZ behandelt und nachkontrolliert wurden. Methodisch erfolgte die R6ntgenbestrahlung bei den nur bestrahlten F/illen unabh/ingig vom Tumorstadium; verabreicht wurden einschlieglich der intrakavit~iren Radiumeinlage fund 90 Gy. Bei der Hochvoltbestrahlung richtete sich die Dosierung der intrakavit/iren Caesiumeinlage nach den FletscherTabellen und erm6glichte eine Gesamtdosis von 80-100 Gy. Die kombinierte Behandlung beschr~inkte sich auf die pr~ioperativ als Stadien I und II eingestuften F~ille. Die Operation bestand in der abdominalen extrafaszialen Hysterektomie mit bilateraler Adnexektomie. Die R6-Radium-Bestrahlung erfolgte beim Stadium I postoperativ, w/thrend beim Stadium I Imi t der halben perkutanen und einer intrauterinen Einlage vorbestrahlt wurde. Mit Hochvolt-Caesium wurde im Stadium I ebenfalls nachbestrahlt, beim Stadium II dagegen mit der gesamten perkutanen Dosis zus~itzlich zur intrauterinen Einlage pr/ioperativ bestrahlt und postoperativ vaginal aufges/ittigt. Das durchschnittliche Alter betrug 62 Jahre (38-86 Jahre). Pr~therapeutisch waren aufgrund von Abkl~irungsuntersuchungen und diagnostischer Kurettage 73% der IEK dem Stadium FIGO I zuzuordnen. Die Tumorinvasionstiefe war retrospektiv nicht, der histologische Differenzierungsgrad nicht ausnahmslos festzulegen. Der prim/ir festgelegte Therapieplan konnte bei 453 Patientinnen vollst/~ndig durchgefiihrt werden und erfolgte bei 74% kombiniert chirurgisch-radiotherapeutisch. 13% dieser nach initialem Therapieplan vollst~indig Behandelten hatten innerhalb der Beobachtungszeit von 2-13 Jahren Rezidive oder Metastasen, davon 22% vaginal, 36% lokoregional und fern und 42% nur Fernmetastasen. Davon betroffen waren 18% dernur bestrahlten und 12% der kombiniert behandelten Patientinnen. Zur Beurteilung der absoluten 5-Jahresftberlebensrate (5-J) wurden nur die 347 Patientinnen bert~cksichtigt, deren Beobachtungsdauer 5 und mehr Jahre

DOI: 10.1007/BF02430128

Cite this paper

@article{Kunz2006BehandlungsergebnisseBE, title={Behandlungsergebnisse beim Endometriumkarzinom}, author={Jochen Kunz and A. Razak bin Modh Ali and Werner E. Schreiner}, journal={Archives of gynecology}, year={2006}, volume={238}, pages={606-607} }