Aktueller Stand der Jodversorgung bei Erlanger Schulanfängern

Abstract

Aufgrund der zunehmenden Verwendung von jodiertem Speisesalz für die industrielle und gewerbliche Lebensmittelproduktion sowie der steigenden Verwendung von Jodsalz in den Privathaushalten sollte mit einer zunehmenden Verbesserung der alimentären Jodversorgung zu rechnen sein. Bis jetzt waren allerdings größere regionale Unterschiede zu beobachten. Im Rahmen der FIT-Studie (FIT: family intervention trial) Erlangen, einer Querschnittsuntersuchung des Ernährungs- und Gesundheitszustands von Schulanfängern und ihren Eltern, wurde deshalb die aktuelle Jodversorgung untersucht, um diese Tendenz auch in dieser Region zu überprüfen. Im Schuljahr 1997/1998 wurden bei Schulanfängern im Alter von 6 und 7 Jahren (n=168) an 16 Erlanger Grundschulen sowie eines Teils ihrer Familienangehörigen (n=251) die Jodausscheidung im Urin sowie die TSH- und fT4-Werte im Serum untersucht. Der Medianwert der Jodkonzentration im Urin aller Schülerinnen und Schüler betrug 11,1 µg/dl bzw. 106,3 µg Jod/g Kreatinin. Mit zunehmendem Alter nahm die Jodausscheidung ab. Der Median für die Erwachsenen lag bei 8,3 µg/dl bzw. 68,0 µg Jod/g Kreatinin. Während bei den Kindern 53% über dem WHO-Grenzwert von 100 µg/g Kreatinin lagen, waren es bei den Erwachsenen nur 22%. Etwa 2,8% der Schulanfänger sowie 0,8% der Eltern zeigten eine latente Hypothyreose. Zwischen der Jodausscheidung im Urin und erhöhten Serum-TSH-Werten (>4,0 µU/ml) bestand eine signifikante inverse Korrelation (r=–0,83, p=0,005). Die Jodversorgung in der untersuchten Stichprobe in der Region Erlangen hat sich gegenüber den 1980er Jahren verbessert. Dennoch kann sie noch nicht als zufrieden stellend eingestuft werden. Die Jodurinkonzentration muss bei etwa 45% der Schulanfänger und bei etwa 80% der Eltern weiterhin als unzureichend bewertet werden. Die Anstrengungen, die Jodversorgung weiter zu verbessern, dürfen nicht nachlassen. The increased use of iodized salt in foodstuffs and in private households is assumed to improve the iodine supply. But so far large regional differences have been found. Iodine status was determined as part of the FIT (Family-Intervention Trial) study Erlangen evaluating the nutritional status and health of a large cohort of primary school children and parents. Urinary iodine excretion, serum fT4 and TSH of first-grade pupils of the school year 1997/98 in 16 schools in Erlangen (n=168, aged 6–7 years) and their parents (n=251) were examined. The median iodine excretion of all the children was 11.1 µg/dl or 106.3 µg/g creatinine. Iodine excretion decreased with increasing age. For adults, the median was 8.3 mg/dl or 68 µg/g creatinine. 53% children, but only 22% adults had an iodine excretion above the WHO recommended level of 100 µg/g creatinine. 2.8% pupils and 0.8% parents had a latent hypothyroidism. The iodine excretion and increased serum TSH-values showed a significant inverse correlation (r=–0.83, p=0.005). The iodine status in Erlangen in the study group has improved compared to data obtained in the 1980 s. 45% of children and 80% of adults have an iodine urine concentration below the recommended level. Further efforts are necessary to improve the iodine intake.

DOI: 10.1007/s00112-002-0577-x

Cite this paper

@article{Rauh2003AktuellerSD, title={Aktueller Stand der Jodversorgung bei Erlanger Schulanf{\"a}ngern}, author={Mitchell J. Rauh and Sabine Verwied-Jorky and Manuela Groeschl and Andreas C. S{\"{o}nnichsen and Berthold Koletzko and Helmuth G. Doerr}, journal={Monatsschrift Kinderheilkunde}, year={2003}, volume={151}, pages={957-961} }