53. Rundgespräch : Refluxoesophagitis Diskussion der Operationstaktik

Abstract

Unabh~ingig v o n d e r Wahl des Operationsverfahrens hat sich sowohl in der Kinderchirurgie wie in der Erwachsenenchirurgie der abdominale Zugang bei der Operation der Hiatushernien und der Refluxkrankheit wegen der geringeren Belastung ffir die Patienten durchgesetzt. Bevorzugt wird die obere mediane Laparotomie, allerdings besteht eine Tendenz zum queren Oberbauchschnitt, der mit weniger postoperativen Narbenhernien belastet ist. Die Thorakotomie ist nur bei den sehr seltenen, sogenannten hochsitzenden Stenosen erforderlich, die chirurgisch korrekturbedfirftig sind. Dabei sind lokale Erweiterungsplastiken unter Einbeziehung von Magenanteilen immer ausreichend. Eine Colonersatzplastik wie beim Oesophaguscarcinom ist praktisch nie indiziert. In Ausnahmesituationen k6nnen ausgedehnte Vernarbungen nach vorausgegangenen Oberbaucheingriffen ebenfalls ein transthorakales Vorgehen rechtfertigen. Die Mobilisation des Oesophagus ist bei der Fundoplikatio und bei einigen Pexieverfahren notwendig. Die stets mehr oder weniger ausgepr~igte Perioesophagitis stellt bei der Pr~iparation eine erhebliche Perforationsgef~ihrdung dar, eine Komplikation mit oft letalem Ausgang. )~uBerst schonende Praparation ist deswegen notwendig. Der Oesophagus sollte zur besseren Markierung mit einem dicken Magenschlauch armiert werden und das Anschlingen der Speiser6hre mit einem weichen Kunststoffzfigel erfolgen. Perforationen und Fistelbildungen nach Nahtausrissen am Oesophagus lassen sich durch eine doppelte Nahtreihe bei der Oesophago-Fundopexie vermeiden. Auf keinen Fall darf translumin~ir gestochen werden. Alle anderen Verfahren vermeiden inzwischen N~ihte am Oesophagus. Vagusl~isionen sind durch Darstellung der Nerven bei uniibersichtlicher Anatomie zu vermeiden. Eine generelle Prfiparation erscheint nicht notwendig. Die prinzipielle zus~itzliche Vagotomie bei Refluxkrankheit zur Reduktion des peptischen Elementes wird abgelehnt. Eine typische selektiv-proximale Vagotomie kann beim Ulcus duodeni oder bei extremer Hyperacidit~it hinzugefiigt werden. Eine endgiiltige Beurteilung steht jedoch noch aus. Insbesondere beim Kind sollte die unmittelbare Nachbarschaft der Vena hepatica bei einer eventuell notwendigen Abl6sung des Ligamentum triangulare peinlich beachtet werden. Verletzungen kommen vor und enden praktisch immer t6dlich.

DOI: 10.1007/BF01579350

Cite this paper

@article{Kmmerle200553R, title={53. Rundgespr{\"a}ch : Refluxoesophagitis Diskussion der Operationstaktik}, author={Fritz K{\"{u}mmerle}, journal={Langenbecks Archiv f{\"{u}r Chirurgie}, year={2005}, volume={347}, pages={323-324} }