Über die Zusammenhänge zwischen Fertilität und Beerengröße bei Schwarzen Johannisbeeren

Abstract

Um die Zusammenhänge zwischen der Fertilität und der Beerengröße zu untersuchen, wurde die Größenvariation der Beere sowohl nach freier Abblüte von Sorten mit verschiedenen Selbstfruchtbar-keitsgraden wie auch bei ein und derselben Sorte nach Bestäubung mit verschiedenen Vatersorten analysiert. Die prozentuelle Verteilung der Beeren in den verschiedenen Größenklassen gleicht bei den selbstfertilen Sorten einer Wahrscheinlichkeitskurve. Bei der selbststerilen ‘Coronet’ ergab sich dagegen eine flache und ausgestreckte Verteilungskurve. Bei Ausrechnung der entsprechenden Chi-Quadrate ergab sich bei denselbstfertilen Sorten eine sehr gute Über-einstimmung zwischen den empirisch gefundenen und den hypothetisch berechneten Häufigkeiten mit den Werten von 10–14 fürX 2 und 0,3–0,6 für P. Gleichzeitig ließen sich bei der selbststerilen ‘Coronet’ ein wesentlich schlechterer Wert fürX 2 von 87,1 mit einer allzu niedrigen Wahrscheinlichkeit von P<0,0001 bestimmen. Die “Übergangsformen”, repräsentiert durch die westeuropäischen Sorten ‘Boskoop Riesen’ und ‘Wellington XXX’, stehen zwischen den beiden extremen Typen. Die Größenvariation der Beeren bei den selbstfertilen Sorten beruht in hohem Maße auf den ungleich entwickelten Trauben in den verschiedenen Teilen des Busches, dagegen wird sie bei den mehr oder weniger selbststerilen Sorten hauptsächlich von den unterschiedlich entwickelten Beeren innerhalb der Traube bewirkt. Bei der selbststerilen ‘Coronet’ finden sich in der Regel Beeren, die wesentlich größer oder kleiner entwickelt worden sind, unabhängig von ihrer Position an der Traube. Die Frequenz der Ausspaltung hochgradig selbstfertiler Typen ist im allgemeinen klein. Sie treten eher nach Kreuzung zwischen westeuropäischen Sorten und nordeuropäischen Biotypen oder kanadischen Arthybriden (‘Consort’, ‘Coronet’ ausR. nigrum xR. ussuriense) auf als nach Kreuzung innerhalb der westeuropäischen Sortengruppe. Die Variation der Beerengewichte nach Bestäubung mit verschiedenen Vatersorten wurde an Hand der selbststerilen Sorte ‘Coronet’ untersucht. Der Samenansatz und parallel damit auch die Beerengröße variiert zwischen weiten Grenzen in Abhängigkeit von der “Bestäubungsfähigkeit” des Pollens. Als Durchschnittsgewicht der ‘Coronet’-Beeren ergab sich nach Befruchtung mit einer weniger guten Vatersorte 0,54g, d. h. etwa 10% weniger als das der ‘Wellington XXX’-Beeren, während derselbe ‘Coronet’-Strauch nach Befruchtung mit einer anderen Sorte ein Durchschnittsgewicht von 1,35 g, d. h. mehr als eine verdoppelte ‘Wellington’-Größe erreichen konnte. Die erreichte Beerengröße, als Ausdruck des Fertilitätsgrades, wird aber nicht allein durch den Verwandtschaftsgrad der Kreuzungspartner bestimmt. Die Bedeutung dieser Kenntnisse für Züchtung und Anbau wurde besprochen. In order to study the relationship between fertility and berry size in black currants, the variation in berry weight was determined both after open pollination and after artificial pollination with different varieties as male parents. The relative distribution over the different weight classes more or less resembles a symmetrical probability curve as far as the self-fertile varieties are concerned (the Finnish varieties ‘Brödtorp’ and ‘Kajaanin Musta’ in table 1). A good fit with the expected probability distribution is obtained,X 2=10-14 and the corresponding P=0,3–0,6. The self-sterile Canadian variety ‘Coronet’, on the other hand, gives a very skew and flattened distribution curve. This curve is significantly different from the symmetrical probability curve (X 2 and P<0,0001). The transitional varieties, with a certain reduced self-fertility, represented by the West-European varieties ‘Boskoop Giant’ and ‘Wellington XXX’, show distribution curves intermediate to the mentioned extreme types. The individual size variation of the berries from self-fertile varieties mainly depends on differential development of different trusses. As far as the more or less self-sterile varieties are concerned, the variation in berry size is largely brought about by irregularly developed berries within the trusses, many berries being smaller or larger than expected from their position in the trusses. The variation in berry size was studied on the variety ‘Coronet’ (Ribes nigrum L. xR. ussuriense Jancz.) after pollination with different varieties. The results are collected in fig. 1. It turned out that seed setting andberry size vary within wide limits depending on the “fertilization ability” of the pollen. After pollination with a less suitable father variety the average berry weight was 0,54 g, whereas pollination with an other variety gave an average berry weight of 1,35 g. These results call for a complete reconsideration as far as the methods of plant breeding and cultivation are concerned.

DOI: 10.1007/BF00709877

5 Figures and Tables

Cite this paper

@article{Tams2004berDZ, title={{\"{U}ber die Zusammenh{\"a}nge zwischen Fertilit{\"a}t und Beerengr{\"{o}\sse bei Schwarzen Johannisbeeren}, author={P{\'a}l Tam{\'a}s}, journal={Der Z{\"{u}chter}, year={2004}, volume={33}, pages={302-306} }