Über die Innervation des Darmes

Abstract

Wenn man bedenkt, wie zahlreich die Untersuchungen iiber die Innervation des Darmes sind, sollte man annehmen, daB es inoglich sein sollte, eine vollstandige Darstellung des Verlaufs der Nerven und ihrer Zusammerihange im Darme zu geben. Tatsachlich haben schon verschiedene Autoren den Versuch gemacht, Schemata der Darminnervation zu geben. So beispielsweise KuNTZ und L. R. MuLLER. Gehen wir aber auf die Einzelheiten der bisher vorliegenden Darstellungen ein, so kommen wir zur Dberzeugung, daB an allen Punkten des Verlaufes die Einzelheiten der Innervation umstritten sind und kaum zwei Beobachter in ihren Darstellungen ganz genau iibereinstimmen. Je nach dem angewendeten technischen Verfahren haben die Untersucher bald mehr diesen, bald jenen CTeil des Darmnervensystems darstellen konnen, und mit wenigen Ausnahmen scheinen sie niemals alle Abschnitte der Darminnervation gleichzeitig klar vor sich gehabt zu haben. Es ist also trotz der vielen schon geleisteten Arbeit auch heute noch eine dankbaTe Aufgabe, auf moglichst breiter technischer Basis die Fragen der Darminnervation neuerdings zu untersuchen. Die Grundlage der Lehre von der Innervation des Darmes bilden die eingehenden Untersuchungen von RAMON Y CAJAL und DoGIEL. In einer mit zahlreichen Abbildungen ausgestatteten Abhandlung hat schon im Jahre 1898 CAJAL eine auBerst umfassende Darstellung des Verlaufes der Nerven in den heiden Plexus, der Endigungen in der Muskulatur, der Plexus in der Schicht der Darmdriisen und der Verlaufe der Nerven innerhalb der Zotten gegeben. Als Material verwendete er hauptsachlich den Darm des Meerschweinchens und bearbeitete dieses Objekt vor allem mit der Ohromsilberreaktion, deren Technik er wesentlich verbesserte und schildert, neben der Ehrlichschen Methode. Wie a us dieser Arbeit hervorgeht, hat er so ziemlich alle Einzelheiten der Nerven mit dieser Technik darstellen konnen, die die Untersucher vor ibm gesehen haben, aber auch so ziemlich alles, was in den 30 Jahren seither beschrieben worden ist, wurde in schonen Zeichnungen mit jener Schematisierung, zu der die Chromsilbermethode friiher gern veranlaBte, ausfiihrlich dargestellt. Nicht nur dies alles, sondern noch mehr. Die Chromsilbermethode stellte im Zusammenhange niit den nervosen

DOI: 10.1007/BF02117977

Cite this paper

@article{Oshima2005berDI, title={{\"{U}ber die Innervation des Darmes}, author={Dr. T. Oshima}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Anatomie und Entwicklungsgeschichte}, year={2005}, volume={90}, pages={725-767} }