Über die Einwirkung der Thymusdrüse und des Wachstumvitamins auf das Wachstum

Abstract

Die neurologische Untersuchung kann allerdings nut AufsehIuB fiber die Funktiollsf~higkeit, nicht jedoch fiber die Qua l i t i t des Muskels geben. Indessen wiesen die ~nBerlich palpablen Muskeln keine wesentliche Atrophie oder mangelhafte Entwicklung auf bis auf den Trapeziusrand ulld den M . supraspinatus, die etwas schw~cher schienen. Letzterer Muskel ist ja besonders wiehtig ffir die Fixation des HumerUskopfes beim ausgiebigen lateralen Erheben des Armes dank seinem gelenknahen Ansatz am Tuberculum maius. Bei dem Jungen konnten wir ferner n0ch eine willkfirlich ausffihrbare Luxat ion des linken Humeruskopfes llach hinten beobachten. Das R6n~genbild zeigte rudimentgre Elltwicklung des Proc. coracoideus und Unsch~rfe des Pfannellrandes, am Humeruskopf jedoch nichts Anormales, Zur Vorgesehiehte sei erwahnt, dab es sich um normale Geburten hande]te und Traumen oder L~hmungen (Kinderl~hmung!) bei keinem der 3 Kinder vorausgegallgen waren. Deformitaten !agen in keiner der 3 Familien vor. Mit Ausnallme des Jungell, der beim Turnen (ira Hang) ein Nachlassen des Schultergelenks bemerkt haben will/, waren weder die Kinder noch deren Eltern sich der Anomaliebewugt. Man wird nicht fehlgehen, wenn man die Deformit~t nach Prof. GOCHT als angeborelle doppelseitige SchuKersubluxation bezeichnet. Die beiderseits ganz gleichartigen anatomischen u die sehr an die angeborene I-Ififtsubluxafion erinnern, sowie das Fehlell anamnestischer und Minischer Anhaltspunkte ffir eine post par tum entweder traumatisch oder durch Lghmung bedingte Entstehungsm6glichkeit sprechen u. E. Ifir den kongellitalen Charakter der Anomalie. Zum Schlusse sei auf die Bedeutung der erw~hnten Feststellung fiir die ~tiologische und anatomisehe Forschung hingewiesen: in ~tiologischer Hinsicht insofern, als uns der erhobane Befulld eine Stfitze mechallischer Entstehungstheorien, insbesondere der iutrauterinen Belastungshypothesen zu sein scheint, ~hnlich wie wir sie seinerzeit bei der Sch~delskoliose und dem kollgenitalen Schiefhals annahmen; anatomisch betrachtet erkenllen wir wieder die auBerordentlich groBe, ja ausschlaggebende Bedeutung der Schultermuskulatur ffir die Fixation des Humeruskopfes im Schultergelenk und k6nnen die sieh hieraus ergebenden therapeutischen SchluBfolgerungen ffir Schultergelenksleiden, z. B. habituetle Schultergetenksluxation, ohne weiteres ziehen.

DOI: 10.1007/BF01848520

Cite this paper

@article{Scheer2005berDE, title={{\"{U}ber die Einwirkung der Thymusdr{\"{u}se und des Wachstumvitamins auf das Wachstum}, author={Kurt Scheer}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={4}, pages={702-703} }