Über den Farbensinn der Fische

  • Published 2005 in Naturwissenschaften

Abstract

adaptierten Tieren, w~hrend I~2OEHLER im AnschluB an v. FRISCH und ~UPELWIESER n u r einen sog. ,,mittleren Adaptat ionszustand" als ffir Farbenversuche geeignet bezeichnet. In diesem mittteren Adaptationszustand haben sich die Tiere an eine vorflbergehend optirnale mittlere Helligkeit angepaBt, die sie beizubehalten bes t rebt sind, sie reagieren also auf Erhellung dieser lBeleuchtung negativ und auf deren Verdunkelung positiv phototropisch. Im Gegensatz zu v. H~ss, der vornehmlich die Vertikalbewegungen der Daphnien (bet Dunkeltieren auf Erhellung passives Absinken, auf Verdunkelung aktives Aufsteigen, bM Helltieren unter Umst~nden umgekehrt ) als Reaktionskennzeichen benutzte, beobachtete KOE~L~R die auf die Beleuchtung einsetzenden ttorizontalbewegungen zur Lichtquelle oder yon ihr weg, indem er die die Daphnien enthattenden Glastr6ge yon der Schmalseite her nacheinander (,,Snkzessivmethode") mit den verschiedenen Spektralfarben beleuchtete. Dabei ergab sich, dab Not, Orange, Gelb, Gelbgrfln und Gran die Tiere positivierte und Btau und Violett sie negativierte, gleichgt~ltig, ob die Farben auf Dunkelheit oder auf Helligkeit folgten. Da die Spektralfarben dutch Zerlegung des weiBen Lichtes gewonnen wurden, an das die Tiere angepaBt waren, waren sie dunkler als dieses. Somit mflBten, falls mit v. HESS nut die Helligkeitsdifferenzen und nicht die Farbwerte Reizwerte bes~Ben, alle diese Farben die Verdunkelungsreaktion ( = positiv) hervorrufen, wenn sie auf Helligkeit folgen, Ebenso mfll3ten alle diese Farben, auf Dunkelheit folger_d, die Erhellungsreaktion (= negativ )hervorrufen. Da die Tiere abet innerhalb gewisser Grenzen stets spezifisch auf die Farben ohne Riicksieht auf Erhellung oder Verdunkelung reagierten, mug notwendigerweise auch die Wellenl~nge des Lichtes neben der Quantit~t Ms Reiz auf die Tiere wJrken. Sie mfissen also mindestens einen Farbensinn far zwei Qualit~ten besitzen, da sie langwelliges Licht bis zu ca. 520 l*# positiviert und kurzwelliges yon ca. 480 W~. abw~irts sie negativiert und da sie diese Lichtqualit~ten yon weiBem Lieht unterseheiden k6nnen. Spektrales Blaugrfln und Purpur (gewonnen durch Mischung yon spektralem Rot und Blau oder Violett) negativierte auf Dunkelheit Iolgend und positivierte auI Heltigkeit folgend, and gewisse WeigintensitXten iibten auf die Tiere dieselbe Wirkung aus wie diese beiden Farben. Daher w~re es denkbar, dab diese Farben nicht als solche bemerkt werden k6nnten, was Verf. jedoeh aus best immten Grtinden nicht unbedingt bejaht. Komplement~rfarben (kurzwelliges Rot -langwelliges Blau, Gelb -kurzwelliges Blau, Gelbgriin -Violett) zu farblosem \¥eiB gemischt wirkten auch auI die Daphnien wie weiBes Licht. Diese Farben sind mithin wie ftir den Menschen auch ffir die Daphnien ~omplement~rfarben. -Bet Versuehen mit Heringschen Farbpapieren ergaben sich die gteichen Resultate, wobei besonders auf die Ausschaltung yon l~eimengungen uttravioietten Liehtes geachtet wurde. Damit begegnete K. dem v. Hess'schen Einwaud, der eine seiner Ansicht nach nut seheinbare Wirkung der Farbe ihrem Gehalt an ultraviolettem Licht zuschrieb. -Versuche an dunkeladaptierten und an helladaptierten Tieren zeigten, dab sie in diesem Zustand tats~chlich, wie v. H~-'ss angibt, nur auI Hetligkeitsund nicht auf Farbdifferenzen reagierten. Ihr Verhalten gleicht also dem des fa¢ben~gehtigen Menschen, der aueh im dunkeladaptierten Zustand genfigend lichtsehwaehe homogene Farben und im helladaptierten Zustand extrem helle Lichter farblos sieht. Aueh der l~bergang aus dem totalfarbenbtinden in den farbeusehenden Zustand liegt ffir die Daphnien in denselben Intensitatsgebieten x~e far den IarbenMitteitungen. [ Die Natur[wissenschaffen

DOI: 10.1007/BF01505971

Cite this paper

@article{2005berDF, title={{\"{U}ber den Farbensinn der Fische}, author={}, journal={Naturwissenschaften}, year={2005}, volume={12}, pages={582-583} }