Über den Einfluss der Ausschaltung Verschiedener Abschnitte des Zentralnervensystems auf den Nüchternblutzucker und auf die Alimentäre Hyperglykämie Nach Zufuhr von Körpereigenem Zucker

Abstract

I. Weder die Entfernung der Riechlappen, noch des GroBhirns, noch die Entfernung des Corpus striatum, noch die des Zwischenhirns in tiefer Athernarkose verS.ndert die nach -~thernarkose auftretende Hyperglyk~imie grunds~itzlich. Auf Grund dieses Versuchsergebnisses kann ich der Angabe yon INOVYE TAKAO, dab in den ersten Stunden nach der GroBhirnexstirpation eine st~trkere Hyperglyk/tmie auftritt , nieht , beipflichten. Auch die Angabe yon I. DANIEL und M. MaxIM, die auf Grund ihrer Beobachtung, dab der Nfichternblutzucker des Kaninchens nach Entfernung des GroBhirns regelm~Big absinke, die Ansicht ausgesprochen haben, dab im Grof3hirn ein hemmender Mechanismus fiir die Insulinwirkung vorhanden sei, lieB sich nicht best~tigen. Nach Zerst6rung des gr6Bten Teiles des 1Vfittelhirns hingegen, t rat nicht nur eine enorme Erh6hung des Blutzuckers, sondern auch eine l~inger anhaltende Hyperglyk~mie als nach bloBer ~thernarkose auf. Aus der Tatsache, dab diese Hyperglyk~imie nur wenige Stunden anhielt, wurde der Sehluf3 gezogen, dab dieselbe durch Reizung eines blutzuckerf6rdernden Mechanismus im restlichen Anteile des Mittelhirns hervorgerufen wurde. D i e Entscheidung der Frage, ob hierbei ein Zuckerzentrum oder nur zu Zuckerzentren ziehende Bahnen gereizt wurden, konnte durch diese Beobachtungen nicht herbeigeffihrt werden. \u es sich um die Reizung eines Zuckerzentrums gehandelt haben sollte, so kann dieses mit dem Aschnerschen Zuckerzentrum nicht identisch sein. Dieses wird bekanntlich in die Basis des Zwischenhirns (Tuber cinereum) verlegt, also in einen Hirnabschnitt, der bei unseren entsprechenden Versuchstieren zur G~nze entfernt worden war. Auch die Durchschneidung des Rfickenmarkes vom IV. Halswirbel bis hinunter zum X. Brustwirbel hat te trotz Temperatursenkung keinen Einflui3 auf den Ntichternblutzucker. Aus dieser Beobachtung wurde der Schlul3 gezogen, dab die Regulation des Ntichternblutzuckers in hohem Ausmage yon den w/irmeregulatorischen Vorg/~ngen unabh~ngig ist. AuBerdem spricht diese Tatsache daftir, dab bei der Regulation des Nfichternblutzuckers zentralnerv6se sympathische Reize beim Kaninchen keine wesentliche Rolle spielen. W~ren solche yon ausschlaggebender Wichtigkeit gewesen, so h~tte die Durehschneidung des Rtickenmarkes vom III . Brustwirbel aufw~rts infolge Ausschaltung der im Splanchnicus verlaufenden sympathischen Bahnen zu einer deutlichen Ver~nderung des Niichternblutzuckers ffihren mtissen.

DOI: 10.1007/BF01765972

Cite this paper

@article{Hgler2005berDE, title={{\"{U}ber den Einfluss der Ausschaltung Verschiedener Abschnitte des Zentralnervensystems auf den N{\"{u}chternblutzucker und auf die Aliment{\"a}re Hyperglyk{\"a}mie Nach Zufuhr von K{\"{o}rpereigenem Zucker}, author={Fr. H{\"{o}gler and F. Zell}, journal={Klinische Wochenschrift}, year={2005}, volume={12}, pages={1736-1736} }