Über den Einfluß von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett auf den Ablauf der Lungentuberkulose

  • H. J. Koske
  • Published 2005 in
    Beiträge zur Klinik der Tuberkulose und…

Abstract

Alle Versuche, einen kausalen Zusammenhang zwischen Sehwangerschaf~ und Ablauf der Lungentuberkulose nach~Uweisen, haben zu keinem sicher verwertbaren Ergebnis geffihrt. In den Arbeiten yon Klemperer, Schulze-Rhonho], Hansen, Liers, Schmidt-Lange, linden sieh umfassende Zusammenstellungen besonders der experimentellen Arbeiten, in denen naeh den Ursachen der rout. mal~lichen wechselseitigen Beziehungen zwischen diesen beiden Geschehen gesueht wird. Der andere Weg zur K1/irung dieser Frage war der der Auswertung kliniseher Erfahrungsergebnisse. Auch hier liegen zahlreiehe Arbeiten vor, ohne dab im Laufe yon Jahrzehnten ein iibereinstimmendes Urteil erreicht worden ist. Lydtin, Hansen u .a . haben eingehende Sehflderungen fiber diesen historisehen Weg der ~nderung der/~rztliehen Stellungnahme zu dem Problem Lungentuberkulose und Schwangerschaft gegeben. Die Lungentuberkulose stellte bisher ein nieht kleines Indikationsgebie~ fiir die Sehwangersehaftsunterbrechung dar, so dal] besonders yon gyn/tkologischer Seite zahlreiehes Material mit untersehiedliehen ]~rfahrungen ver6ffentlichb wurde (Pankow, Winter, Henkel, Menge, tdunge, Meyer, Kefller, Ca[[ier). Von internistischer Seite waren es besonders JLydtin, Hansen und Braeuninr die die Diskussion vor allem unter Beriicksichtigung s~mtlieher Behandlungsarten der Lungentuberkulose bei Schwangerschaft his zu dem hentigen Umfang am'egten. Nicht zuletz~ war es ein Ergebnis der Arbeit yon Hansen und Schulze-Rhonhof (1931), unter gleichzeitiger Berficksiehtigung fast s~tmtlicher voraufgegangener Literatur des Inund Auslandes, durch ein relativ groSes und genSgend kontrolliertes Krankenmaterial die Bedeutung dieser Frage in den Vordergrund ger/iekt zu haben. Bemerkenswert war diese Ver6ffentliehung dadurch, dal3 nach ihr ein versehlechternder Einflul~ der Schwangerschaft auf eine bestehende Lungentuberkulose keineswegs als sicher angenommen werden konnte. So vertraten die Verfasser dieser Arbeit, gestfitzt auf die fr[iher bereits ge~ul]erte und begriindete Ansieht yon Menge, in der Frage der Schwangerschaftsunterbrechung wegen tuberkulSser Lungenerkrankung einen rein konservativen Standpunkt. Braeuning konnte in seinen an Hand yon Serienaufuahmen sehr sorgf~ltig beobaehteten F~llen nur in 6% eine mSglicherweise dureh Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett aku~ hervorgerufene Verschlechterung der Lungentuberkulose feststellen. Damit teilt Braeuning praktisch in der Behandlung tuberkul6ser schwangerer Frauen beziiglich der Unterbrechungsfrage den gleichen konservativen

DOI: 10.1007/BF02141275

Cite this paper

@article{Koske2005berDE, title={{\"{U}ber den Einflu\ss von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett auf den Ablauf der Lungentuberkulose}, author={H. J. Koske}, journal={Beitr{\"a}ge zur Klinik der Tuberkulose und spezifischen Tuberkulose-Forschung}, year={2005}, volume={92}, pages={550-568} }