Über den Einfluß der Hypophysenvorderlappenhormone, des Schwangerenharns und der Placenta auf transplantable Sarkome bie Mäusen

Abstract

Man kann noch aus den bisherigen Versuchen keine endgültigen Folgerungen über den Einfluß des Schwangerenurins, der Hormone des Hypophysenvorderlappens, des menschlichen Mutterkuchens, der menschlichen Nabelschnur und des Kuhmutterkuchens auf die Entwicklung und auf das Wachstum des transplantablen sarkoms bei Mäusen ziehen. Es scheint aber—soweit man aus den bisherigen, an 321 Mäusen durchgeführten Versuchen folgern kann—, daß die Einspritzung des Schwangerenurins und des Harnes von krebskranken Frauen sowie die Einspritzung von “Praelobin” (G. Henning, das HVH-A und HVH-B enthält) dasWachstum der Sarkome bei den Versuchstieren förderte. Es ist aber nicht möglich, hier einen unspezifischen Einfluß auszuschließen, weil ich z. B. ein schnelleres Wachstum der Tumoren auch bei denjenien Mäusen beobachtet habe, denen icht den Harn eines gesunden Mannes injiziert habe. Zweifellos öftereMetastasenbildung als bei den Kontrolltieren habe ich bei denjenigen Möusen beobachtet, denen ich “Praelobin”, “Progynon” (von Schering-Kahlbaum, enthält Follikulin) oder Schwangerenharn injiziert habe. Es ist aber auch in diesem Fall eine unspezifische Wirkung vorläufig nicht auszuschließen, da ich der Kontrolle gegenüber eine etwas öftere Metastasenbildung bei denjenigen Mäusen beobachtet habe, denen ich den harn krebskranker Frauen oder aber auch den harn von einer gesunden, nichtschwangeren Frau injiziert habe. In der 3., 7., im besonderen aber in der 5. Serie der Untersuchungen schienen die Tumoren bei denjenigen Mäusen, denen ich menschlichen Mutterkuchen subcutan geimpft habe, langsamer als bei den Kontrolltieren zu wachsen. Diese Verlangsamung des Sarkomwachstums wurde nicht bei denjenigen Mäusen beobachtet, denen ich menschliche Nabelschnur oder Kuhmutterkuchen geimpft habe. Diese Tatsache muß aber weiter untersuch werden, und zwar mittels Mutterkuchenbrei- (bzw. Nabelschnurberei-) Einsprizungen, weil die subcutane Einimpfung eines größeren Mutterkuchenstückes leicht zu Absceßblidungen führt oder aber diese Stückchen von den Tieren herausgebissen werden. Dagegen schien die Mutterkuchenimpfung keinen Einfluß auf die Metastasenbildung zu haben.

DOI: 10.1007/BF01627559

Cite this paper

@article{Gross2005berDE, title={{\"{U}ber den Einflu\ss der Hypophysenvorderlappenhormone, des Schwangerenharns und der Placenta auf transplantable Sarkome bie M{\"a}usen}, author={Dr. Ludwik Gross}, journal={Zeitschrift f{\"{u}r Krebsforschung}, year={2005}, volume={36}, pages={606-616} }