Über das Verhalten des männlichen Sexualhormons in der Placenta und im Urin von Schwangeren und Wöchnerinnen

Abstract

eine auffallend starke ErhShung der Prolanausscheidung festgestellt. Am deutliehsten t ra t sic in Erscheinung bei einem Fall mit ausgedehnten subser6sen Blutnngen (Schnittentbindung), bei dem die Harnwerte 500000 M.E. Prolan A und 338000 M.E. Prolan B pro Liter fiberschritten; im Blut fanden sich ungef/thr 125000 M.E. A und B pro Liter. Eine derartige Hyperprolanurie wurde bisher nut bei der Blasenmole nnd beim Chorionepitheliom naehgewiesen (7 eigene F/tlle). Die im l~bermaB von der Placenta produzierten Hormone sind wahrscheinlich die Ursache ffir die Persistenz des Gelbk6rpers, ffir die Blutungsbereitschaft und die frfihzeitige Abl6sung der Placenta. I m Tierversuch haben Ted, Zondek u .a . dutch Uberschfittung des graviden Organismus mit Prolan die vorzeitige Abl6sung der Plazenten und Ausstogung der Frfichte hervorgerufen. Mancher sonst nicht erkl/trte Spontanabort mag auf /~hnliche Weise zustande kommen. H. konnte bei einem Fall yon Abor tu s imminens mens. I I I im H a m 250000 M.E. Prolan A und 166000 M.E. Prolan B pro Liter nachweisen. Eine Blasenmole lag nicht vor/ Die quantitativen Analysen wurden naeh der gleichen Methode auf 24 F/~lle yon Eklampsismus und Eklampsie und 3 F/~lle yon Hyperemesis ausgedehnt. Von vornherein konnte auch hier mit einer Vermehrung der Ausscheidungswerte gerechnet werden. Kylin hatte bei essentieller Hypertonie Prolan im Urin nachgewiesen, Ehrhardt, Helm, Kulka und Hashimoto fanden Follikelreifungshormon im Liquor bei Gestosen. Bei fast allen F/~llen war bei hohen Blutdruekwerten eine Steigerung der Prolanausscheidung, des 5fteren fiber die HSchstgrenze der Zondekschen Titrationsreihe hinaus zu beobachten (bei einem Eklampsismus his zu 500000 M.E. A und 250000 M.E. B pro Liter). Die Ergebnisse lassen einen Zusammenhang zwischen Hyperprolanurie und Schwangerschaftspathologie erkennen. Sic ffihren zu einer neuen Auffassung fiber das Krankheitsbild der vorzeitigen L6sung der Placenta aus ,,endogener Ursache" und stiitzen die Anschauung, da2 Eklampsie, Eklampsismus und vorzeitige L6sung als dyshormonale Gestosen verschiedener Symptomatologie, abet einheitlicher Genese zu deuten sin&

DOI: 10.1007/BF01725927

Cite this paper

@article{Goecke2005berDV, title={{\"{U}ber das Verhalten des m{\"a}nnlichen Sexualhormons in der Placenta und im Urin von Schwangeren und W{\"{o}chnerinnen}, author={Herr H. Goecke}, journal={Archiv f{\"{u}r Gyn{\"a}kologie}, year={2005}, volume={161}, pages={295-297} }